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Vertrauliche FallakteOffen

Das Vermächtnis des Uhrmachers

Im Nachlass eines Uhrmachers fehlt das Werkstück, auf das sich sein letzter Brief bezieht.

Einführung

Als der Uhrmacher G. M. im September 1906 stirbt, hinterlässt er eine ordentlich geführte Werkstatt, eine kleine Rente für die Nichte und einen Brief, in dem er von einem „Stück für den, der Geduld hat“ spricht. Ein solches Werkstück findet sich im Nachlass nicht.

Der Nachlassverwalter ordnet Suchmaßnahmen an, befragt Kunden, Lehrlinge und Nachbarn. Die Aufzeichnungen dieser Suche bilden den Kern der vorliegenden Akte.

Chronologie

  1. September 1906

    Tod des Uhrmachers. Die Nichte findet den Brief in der Schublade des Arbeitstisches.

  2. Oktober 1906

    Der Nachlassverwalter inventarisiert die Werkstatt. Ein Eintrag im Auftragsbuch verweist auf ein „Stück in Arbeit“ ohne Kundennamen.

  3. Winter 1906/07

    Ein ehemaliger Lehrling erinnert sich an eine verschlossene Holzkassette im Keller. Sie wird nicht gefunden.

  4. 1908

    Die Suche wird eingestellt. Ein Teil der Werkzeuge geht an eine Fachschule.

Verfügbare Dokumente

  • Letzter Brief des Uhrmachers

    1 Seite, Tinte, Datum nur mit Monat

  • Auftragsbuch 1904–1906

    Original, 120 Seiten, letzte Einträge unleserlich

  • Inventarverzeichnis des Nachlasses

    6 Seiten, mit Randvermerken des Verwalters

Photographie und Karte

Watchmaker workbench with antique pocket watch movements and small tools
Aufnahme · Werkstatt in der Altstadt
Old copperplate plan of the old town of Nuremberg with lanes and house numbers
Stadtplan · Nürnberg

Zeugenaussagen

Ihr Onkel habe in den letzten Monaten häufig nachts gearbeitet und niemanden in die Werkstatt gelassen. Über sein Vorhaben habe er nie gesprochen.

Zeugin A. M., Nichte

Er habe einmal eine Holzkassette mit Messingbeschlägen im Keller gesehen. Der Meister habe sie sofort beiseitegestellt und ihn fortgeschickt.

Zeuge T. R., ehemaliger Lehrling

Ermittlungsnotizen

Das Auftragsbuch nennt bei allen anderen Arbeiten Kunde und Preis. Das „Stück in Arbeit“ ist als einzige Position ohne beides geführt – es war offenbar kein gewöhnlicher Auftrag.

Die Formulierung „für den, der Geduld hat“ könnte auf ein Rätsel hindeuten. Ebenso kann sie schlicht eine Bitte um Nachsicht gewesen sein.

Ungeklärte Fragen

  • Was war das „Stück in Arbeit“, und wo befindet es sich heute?
  • Wohin gelangte die verschlossene Holzkassette aus dem Keller?
  • Für wen war das Werkstück bestimmt?

Abschließende Archivbewertung

Stand der Akte

Der Fall bleibt offen. Die Aktenlage ist dicht, der Gegenstand der Suche jedoch verschollen. Das Archiv bittet um Hinweise aus Familiennachlässen und Sammlungen historischer Uhren.

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